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Geschichte der Graphologie
Gutachten

Chinesen   Bekannte erste Ansätze von Schriftdeutung. Es waren die Chinesen, die einen Bezug zwischen Schrift und Charakter herstellten.
 
Mittelalter   Fast ausschliesslich Zierschriften von Geistlichen.
 
Renaissance
15./16. Jh.
  In diese Zeit fiel die Erforschung des Individuums und des Zusammenwirkens von Körper, Seele und Geist.
 
Camillo Baldo
17. Jh.
  Arzt in Italien. In einem seiner Bücher legte er dar, wie sich aus einem Brief die Natur und Eigenart des Schreibers deuten lassen.
 
J.K. Lavater
1741 - 1801
  Zürcher-Pfarrer und Freund von Goethe. Dieser schrieb ihm am 20. April 1800: "Dass die Handschrift des Menschen einen Bezug auf dessen Sinnweise und Charakter habe . . ."
 
Abbé J.H. Michon
1806 - 1881
  Er legte in Frankreich die Grundlage zur Schriftdeutung und prägte den Ausdruck "Graphologie". Von ihm stammen die "signes fixes".
 
J. Crépieux-Jamin
1858 - 1940
  Schüler von Abbé Michon. Er erweiterte die starren
"signes fixes", erkannte die Mehrdeutigkeit der Zeichen und gilt in Frankreich heute noch als ihr Vater der Graphologie.
 
Ludwig Klages
1872 - 1956
  Philosoph und Psychologe. Sein Einfluss auf die Graphologie in Deutschland war bedeutend. Er begründete die Lehre des Formniveaus und leitete davon die Doppeldeutigkeit der Schriftmerkmale ab.
 
Max Pulver
1889 - 1952
  Er entwickelte Klages Anschauung weiter und setzte an Stelle der Doppeldeutigkeit die Mehrdeutigkeit. Er wirkte in Zürich zur gleichen Zeit wie C.G. Jung. M. Pulvers Lehrbücher sind noch immer aktuell, insbesondere dasjenige über die Symbolik in der Handschrift.
 
Roda Wieser
1894 - 1986
  Österreichische Schülerin von Klages. Sie wandte sich der Schriftexpertise zu und arbeitete als ausserordentliche Assistentin am kriminologischen Institut der Universität von Wien.
 
Rudolf Pophal
1893 - 1966
  Schüler von Klages und Arzt in praktischer Tätigkeit in der psychiatrischen Heilanstalt von Greifswald. In seinem Hauptwerk "Handschrift als Gehirnschrift" hinterlässt er uns mit den Versteifungsgraden ein noch heute wichtiges Diagnostikmittel.
 
Robert Heiss
1903 - 1974
  Professor für Psychologie und Graphologie an der Universität von Freiburg (D). Er schuf eine Graphologie nach Bewegungs-, Form- und Raumbild.
 
Wilhelm Müller und
Alice Enskat
  Erarbeiteten ein Lehrbuch, das alle Richtungen einbezieht, eine Synthese zu allem bisherigen, "Graphologische Diagnostik", Huber Verlag, Bern
 
Bis heute   Zahlreiche Namen könnten noch aufgezählt werden von Graphologinnen und Graphologen, die sich durch ihre Tätigkeit und Forschung in neuerer Zeit verdient gemacht haben wie z.B. M. Becker, U. Avé-Lallemant, A. Lüke, H. Knobloch, R. Bollschweiler, E. Dosch, T. Wallner, H. Ploog, M. Furrer, A.Bürgi u.a.